Ritter-Miniaturen
vollbewegliche Figuren in selbstgeschmiedeten mittelalterliche Rüstungen
Echte Handwerkskunst
Mein bisheriges Arbeitsgebiet umfasst Fantasie-Rüstungen, sowie dem Original angelehnte Plattenrüstungen im Maßstab 1/6. Das heißt, dass diese Figuren ca. 30 cm groß sind.Ich erstelle Vollrüstung oder auch einzelne Teile. Zusätzlich schmiede ich die entsprechenden Waffen und Schilde.
Gerne fertige ich auch Pferdeharnische. Ebenso nähe ich individuelle Wappenröcke, Pferdedecken, Banner, sowie die zeitgenössische Unterkleidung.
Die hier gezeigten Miniaturen wurden von mir im Laufe der letzten Jahre gefertigt.
Sie bestehen aus Stahlblech und sofern nicht anders erwähnt, sind alle beweglich mit Ausnahme der Finger.
Die Blechteile werden über Nieten oder Leder miteinander verbunden. Jedes Teil wird von mir aus einem Stück getrieben insbesondere Helme, Brust und Rücken, Ellenbögen und Knie.
Jede Miniatur ist ein Unikat und wird in dieser gezeigten Form nur ein Mal hergestellt.
Zur Herstellung einer kleinen Plattenrüstung sind zwischen 150 und 300 Stunden Arbeit vonnöten. Und Treibarbeiten, wie Kehlungen bei gotischen Rüstungen, sind hierin noch nicht erfasst.
Die Entwicklung der Plattenrüstung
Ich gebe Ihnen hier einen ganz groben Überblick über die waffentechnische Entwicklung der Rüstung um Ihnen eine Vorstellung zu geben, was ich alles anfertigen kann.Die Ritterrüstung in ihrer uns bekannten Form bestand bis ca. 1250 praktisch nur aus Kettengeflecht, mit Ausnahme des Helmes. Dann begann man einige Körperteile, wie den Ellenbogen, die Schienbeine und die Hände, auch mit Plattenteilen zu schützen. Die wohl älteste erhaltene Platten-Brust und das zugehörige Armzeug, stammen von 1360. Um diese Zeit begann man den ganzen Körper in Plattenteile zu hüllen. Angefangen mit den Beinen, dann die Arme, die Schultern und dann auch den Rücken.
Diese Entwicklung war etwa gegen 1400 beendet und man hat nun eine volle Plattenrüstung.
Die Waffenkunde unterscheidet ab dann zwei generelle Stilrichtungen, die deutsche und die italienische.
Zunächst dominieren die Italiener den Markt für Plattenrüstungen, so dass wir heute keine auch nur annähernd vollständig erhaltenen Exemplare des damaligen deutschen Stiles kennen. Unser Wissen stammt überwiegend aus Skulpturen und Malereien.
Wir kennen aber einige gut erhaltene italienische Modelle ab etwa 1430. Von den Rüstungen zwischen 1370 und 1420 existieren nur einzelne Teile, zumeist die Helme. Meines Wissens nach, gibt es keine einzig erhaltene Rüstung aus dieser Epoche, wie sie z.B. bei der Schlacht von Agincourt 1415 oder anderen Schlachten des hundertjährigen Krieges im frühen 15 Jh. getragen worden sind.
Gegen 1450 haben dann die Italiener ihren Rüstungsstil gewissermaßen perfektioniert und ihre Modelle sind in ganz Mittel- und Westeuropa sehr gefragt gewesen.
Der deutsche Stil konnte sich erst nach etwa 1470 mit den italienischen messen und unterscheidet sich in einigen Belangen erheblich von seinem mediterranen Gegenüber.
Ab etwa 1500 dominierten die süddeutschen Plattner den Markt für gehobene Produkte und viele ihrer bekannten Vertreter stehen heute in den großen Museen.
Ca. 1380-1400 – Die Rüstung der Übergangszeit
…weg vom Kettenhemd hin zur vollen Plattenrüstung
Merkmale: Der Helm ist zumeist eine sog. Beckenhaube. Zuerst ohne, später dann mit Klappvisier. Oft gabt es nur den Brustpanzer, kein Plattenpanzer für den Rücken. Darunter trug man noch das Kettenhemd. Die Schulterpanzerung entstand erst langsam. Die Brust ist einteilig, die Handschuhe hatten die sog. Stundenglasform mit einzelnen Fingern.1400-1450 – Die Rüstung wird praktisch vollständig
Merkmale: Der Helm ist zunächst noch große Beckenhaube. Ab etwa 1430 tritt der geschlossene Visierhelm auf: der Armet.Brust und Rücken waren vorerst noch einteilig, dann im späteren Verlauf wurden die Brust-Platten zweiteilig, die des Rückens mehrteilig gefertigt. Während zu Beginn des Betrachtungszeitraums die Handschuhe noch in Stundenglasform auftraten, wurde später, insbesondere bei italienischen Modellen, der Übergang zum fingerlosen Handschuh deutlich: der Hentze. Die Schultern wurden nun größer und man trug oft ein Rock mit mehreren Reifen (Folgen). Sogenannte Schwebscheiben schützen die Achseln.
Ca. 1470 – der süddeutscher Stil kam auf
Die sog. Schaller fand in dieser Zeit zunehmend Verbreitung als Helmtyp. Grate und Kehlungen verzierten die Plattenteile und der Fingerhandschuh war ebenfalls üblich für diesen Rüstungstyp. Spitze, der zivilen Mode entlehnte Schnabelschuhe wurden ebenfalls ein klassische Bestandteil des süddeutschen Stils.Dem stand der italienische Stil, mit seinen runderen Formen, den asymmetrischen großen Schultern gegenüber. Oft wurden keine Panzerschuhe getragen und der vorherrschende Helmtyp war der geschlossene Armet.
1500-1550
Die Formen wurden runder und der Visierhelm war der vorherrschende Helmtyp. Er saß auf einem mehrteiligen Kragen, die Brust blieb zweiteilig, aber Ober- und Unterbrust überlappten sich immer mehr, auch um den besser werdenden Feuerwaffen standhalten zu können.Die Schuhe wurden zeitweise vorne sehr breit, die sog. Kuhmaulschuhe. Die Schultern wurden asymmetrisch: die linke Seite des Trägers war starrer, da er rechts die Waffe führte.


